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Das politische System Italiens der Nachkriegszeit

Krisen, Brüche und Reformen


Italiens schwierige Politik der Nachkriegszeit mit der Gründung der Ersten Republik

  • Verfassungsbogen: "arco costituzionale" wurde nach dem Ideal des Antifaschismus entwickelt:
    • Democrazia Cristiana (DC)
    • Partito Comunista Italiano (PCI)
    • Partito Socialista Italiano (PSI)
    • Partito Socialista Democratico Italiano (PSDI)
    • Partito Liberale Italiano (PLI)
    • Partito Repubblicano Italiano (PRI)

  • Christdemokraten waren stärkste Partei in dieser Zeit und hatten immer die Regierungsverantwortung inne
  • erst 1981 gibt es den ersten nicht-christdemokratischen Ministerpräsidenten Giovanni Spadolini aus den Reihen der PRI
  • die Erste Republik wurde durch die "instabile Stabilität" geprägt
  • mit MSI und PCI wurden keine Koalitionsverhandlungen geführt, da es sich hierbei um eine neofaschistische (MSI) und eine kommunistische (PCI) Partei handelt
  • 1978 wurde ein Kompromiss mit der PCI geschlossen, was über längere Zeit dazu führte, dass sie in regionalen Bereichen die Regierung übernahm
  • von 1980 bis 1992 wurde Italien von einer 5er Koalition regiert, der "Penta partio": DC, PSI, PSDI, PRI und PLI

Die 90er Jahre - Eine Zeit geprägt von Korruption

  • zu Beginn der 90er Jahre brachte die Aufdeckung von Korruption und Amtsmissbrauch die derzeitige Regierung zu Fall und ein neues Wahlsystem wurde 1993 eingeführt

Der erneute Aufschwung - Gründung der Zweiten Republik

  • Parteienlandschaft heute stark zersplittert
  • aus der Democrazia Cristiana sind zahlreiche Parteien hervorgegangen:
    • CCD und CDU, die zusammen die UDC gebildet haben
    • PPI, welches in der La Margherita aufgegangen ist
    • Popolari-Udeur
    • Democrazia Cristiana per le Autonomie
    • Nuova Democrazia Cristiana
  • auch aus der kommunistischen und der neofaschistischen Partei gingen mehrere Parteien hervor
  • Starke regionale Prägung besitzt die "Lega Nord"
  • Stärkster Neuling ist die von Silvio Berlusconi gegründete "Forza Italia" (->konnte nur wenige Monate nach ihrer Entstehung die Wahlen von 1994 für sich entscheiden)
  • Das Parteiensystem ist aber von zwei großen Regierungskoalitionen bestimmt:

    • Mitte-Links Lager ("L'Unione", gewann Regierungswahlen von 1996 und 2006)
      • Democratici di Sinistra (Sozialdemokraten)
      • La Margherita (Zentrum - Christdemokraten)
      • Partito della Rifondazione Comunista (Kommunisten)
      • Socialisti Democratici Italiani (Sozialisten)
      • Federazione dei Verdi (Grüne)
      • Popolari-UDEUR (Zentrum - Christdemokraten)
      • Partito dei Comunisti Italiani (Altkommunisten)
      • Italia dei Valori (Partei des ehemaligen Richters Antonio Di Pietro)
      • Movimento Repubblicani Europei (Republikaner)
      • Radicali Italiani
      • I Socialisti (+ viele kleine Splitterparteien heute)

    • Mitte-Rechts Lager ("Casa delle Libertà", das 1994 und 2001 gewann)
      • Forza Italia (christdemokratisch, liberal)
      • Alleanza Nazionale (konservativ, nationalistisch)
      • Lega Nord (föderalistisch, populistisch)
      • Unione dei Democratici Cristiani e Democratici di Centro (UDC) (Zentrum - Christdemokraten)
      • Nuovo PSI (sozialliberal
      • aufgespalten)
      • Partito Repubblicano Italiano (Republikaner)
      • zu diesen Gründungsparteien kommen heute noch viele kleine Splitterparteien

    Fazit:

  • insgesamt ist das politische System nur geringfügig stabiler
  • Anzahl der Parteien in Regierungsverantwortung hat zugenommen
  • neuestes Wahlrecht gibt auch den kleinsten Splittergruppierungen eine entscheidende Rolle
    • paar Tausend Stimmen entscheiden über den Mehrheits-Bonus
  • zwei größten Parteien der Ersten Republik, Christdemokraten und Kommunisten, vereinten 60 % - 80 % der Stimmen auf sich; heute kommen die meistgewählten Parteien der Zweiten Republik, Forza Italia und die Linksdemokraten, zusammen nur auf 35 % - 45 % der abgegebenen Stimmen
  • zudem findet eine starke Polarisierung bzw. Radikalisierung zwischen den Lagern statt, die mitunter rechtsextreme und linksextreme Verbündete suchen müssen

  • von Philipp Rademacher und André Biermann