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Silvio Berlusconi


Silvio Berlusconi (geb. am 29. 09.1936 in Mailand) ist ein Italienischer Unternehmer und Politiker. Von 1994 bis 1995 und von 2001 bis 2006 war er Ministerpräsident der 51., 57. und 58 italienischen Regierung, zwischenzeitl. Außen-, Wirtschafts- und Gesundheitsminister. Des Weiteren ist Berlusconi der Vorsitzende der von ihm gegründeten Partei "Forza Italia". Er ist Besitzer des Konzerns "Fininvest" und laut "Forbes" mit einem Vermögen von 11,8 Milliarden Dollar der reichste Mann Italiens.

Der Unternehmer Berlusconi

Bauwesen

  • 1961: Gründung seines ersten Unternehmens "Cantieri Riuniti Milanesi Srl." mithilfe des Bauunternehmers Pietro Canali, Erwerb eines Gründstückes in der via Alciati
  • 1963: Gründung des Unternehmens "Edilnord Sas."
  • 1964: Beginn der Errichtung einer Modellstadt für 4000 Bewohner in Brugherio
  • 1968: Gründung der "Edilnord Sas di Lidia Borsani" ? 1969 Beginn des Baus der riesigen Wohnanlage "Milano 2" für 10.00 Bewohner
  • 1972: Auflösung der alten Edilnord, es entsteht "Edilnord Centri Residenziali Sas."
  • 1973: Berlusconi gründet "Italcantieri", erst als GmbH, dann als SpA (eine ital. Aktiengesellschaft)
  • 1974: die "Immobiliare San Martino" entsteht in Rom
  • 1978: "Edilnord" und "Immobiliare San Martino" werden zu "Milano 2 SpA" fusioniert
-> Er bündelt seine Aktivitäten als Großinvestor, Bau- und Medienunternehmer in der Mailänder Holding "Fininvest"

Medienimperium

  • 1978: Übernahme des lokalen Privatsenders "Telemilano", später "Canale 5"
  • 1982: Erwerb des Fernsehsenders "Italia 1", zwei Jahre später "Rete 4" wodurch "Mediaset", das Medienunternehmen von "Finninvest", zum großen Widersacher des einstigen monopolen RAI (staatliche Fernsehgesellschaft) wird. Berlusconi versucht weiterhin, diesen Sender für sich zu gewinnen (später, zu seiner Zeit als Ministerpräsident hat er Kontrolle über den staatl. Sender, wodurch er starken Einfluss ausübt)
  • mit dem Besitz der drei größten Privatsender Italiens sieht er alle Register einer manipulierbaren Mediendemokratie
  • "Mediaset" behauptet im ital. Privatsendermarkt einen Anteil von 45%
  • Erwerb der größten nationalen TV-Zeitschrift, sowie weitere Magazine, zudem die Mailänder Tageszeitung "2 Giornale" und die "Pagine Italia", Italiens "Gelbe Seiten"
  • 1986-89: Ausweitung auf den europäischen Medienmarkt mit dem Kauf einiger europäischer Sender (z.B. "La Cinq" u. "Tele 5")
  • Übernahme des Internet - Dienstleisters "Newmedia Investment"
  • mit der zu "Mediaset" gehörenden "Publitalia 80" ist er im Werbegeschäft aktiv
  • Berlusconi ist Mehrheitsaktionär bei zwei der wichtigsten Verlagshäuser Italiens ("Mondadori u. "Einaudi"), außerdem bei mehreren kleinen Verlagen
  • Kontrolle der Kinoketten "Medusa Cinema" u. "Cannon", sowie der Produktionsfirma "Medusa"
  • Erwerb verschiedener Kaufhausketten und Finanzgesellschaften
  • Beteiligung an Medienunternehmen unter anderem in Spanien, Frankreich und Kanada. In Deutschland hat er sich mit der Münchner "Kirch-Gruppe" verbündet
  • Mittlerweile zählen 300 Firmen und Beteiligungen mit rund 27.000 Mitarbeitern zu "Fininvest"
  • -> ist heute das größte Medienhaus Italiens, der Wert wird auf ca. 30 Milliarden Euro geschätzt

Handel u. Versicherungen / Sport

  • Berlusconi war im Besitz der Handelskette "Standa" (inzw. an die deutsche "Rewe" verkauft)
  • seine Gesellschaften "Mediolanum" sowie "Programma Italia" sind im Versicherungswesen tätig
  • er ist seit 1986 im Besitz des Fußballclubs "AC Milan"
  • Gründung der "Polisportiva Milan", die Sportvereine fusionier

Gerichtsverfahren

  • Schmiergeldzahlungen an Beamte im Finanzministerium, Korruption, Mafia-Anschläge 1992-1994, äußere Mitwirkung an einer mafiaartigen Vereinigung, Geldwäsche, Bilanzfälschung, illegale Parteienfinanzierung
  • Laufende Verfahren: Bilanzfälschung ( neue Vorwürfe wurden von der Staatsanwaltschaft Mailand zuletzt am 08.10.07 erhoben!), Steuerbetrug, Veruntreuung
  • Berlusconi nutzte seine Amtszeit zur Erlassung mehrerer Gesetze, die ihn vor Zugriffen der Justiz schützten
  • Es kam zu vielen Freisprüchen wegen Verjähung oder aus Mangel an Beweisen
  • Kontrovers diskutierte Themen sind ungeklärte Finanzierungen, die "Propaganda Due" und die Entstehung von "Mediaset"
-> Kritiker meinen, dass Berlusconi seine publizistische Macht über manipulationsbreite Massen nutze, um das ganze Land zu beherrschen und Italien praktisch allein zu dominieren. Weiterhin rüttele er an zwei Fundamenten der italienischen Demokratie: unabhängige Justiz durch das Zurechtbiegen passender Gesetze u. freie Medien durch seine Selbstdarstellung. Der "Medienmogul" Berlusconi setze seine gesamte Macht zu seinen Gunsten ein, um seine Propagandamaschinerie unablässig zu nutzen und seine Meinung unwidersprochen zu verbreiten.

Der Politiker Berlusconi

Beginn der politischen Laufbahn

Berlusconis politische Laufbahn begann mit der Gründung seiner Mitte-Rechts orientierten Partei Forza Italia. Der Öffentlichkeit gegenüber vermittelte er den Eindruck, als sei die "kommunistische Gefahr", gemeint ist das Mitte-Links-Bündnis, das Motiv für seine fortan aktive Beteiligung in der Politik. Jedoch hatte Berlusconi schon vorher eine einflussreiche Stellung inne. So unterstützte er den Parteisektretär Gianfranco Fini des postfaschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI) bei den Stichwahlen für das Amt des Bürgermeisters am 5. Dezember in Rom.

Wahlen 1994 - Berlusconi an der Macht

In den Parlamentswahlen 1994 landet die Partei Berluconis einen großen Erfolg, welcher darauf zurückzuführen ist, dass Berlusconi seine Medienmacht erheblich zur Geltung bringt. Zusammen mit der Alleanza Nazionale (Partei von Fini) und der Lega Nord bildet die Forza Italia ein Bündis. Doch dieses Bündnis hält nur wenige Monate. Nachfolger, wenn auch nur für eineinhalb Jahre, ist eine Mitte-Links-Regierung unter dem Ministerpräsiden Lambarto Dini, der nun von der Lega Nord unterstützt wird.

Wahlen 2001 - Zweiter Wahlsieg

Bei den Parlamentswahlen 2001 kann Silvio Berlusoni erneut einen Sieg verbuchen. Auch dieses Mal nutzt er sein Medienimperium, um eine intensiv angelegte Werbekampagne zu starten und das Wahlergebnis zu seinen Gunsten zu beeinflussen. So bekam jeder italienische Haushalt eine 128 Seiten starke Berlusconi-Biografie zugesendet.

Parlamentswahlen 2006

Am 9. und 10. April fanden die Parlamentswahlen statt. Es wurden 630 Abgeordnete und 315 Forza Italia, Alleanza Nazionale, Lega Nord) Senatoren gewählt. Die Konkurrierenden Parteibündnisse waren die Casa delle Liberta (Forza Italia, Alleanza Nazionale, Lega Nord) und die Unione. Die Unione konnte unter der Führung Romano Prodis laut amtlichen Endergebnisses die Mehrheiten in beiden Kammern des Parlaments mit einem jeweils hauchdünnen Vorsprung gewinnen. Nach der äußerst knappen Wahlniederlage gegen das Mitte-Links-Bündnis um Romano Prodi, tritt Berlusconi am 2. Mai 2006 als Regierungschef zurück.

von Fatih Güven & Isabelle De Keukeleere