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Fußball in Italien

Eine Geschichte von Skandalen, Tricksereien und Schiebereien mit mafiösen Strukturen?


Schon 1980 gab es einen großen Wettskandal mit Verwicklungen einiger Spieler. Als Folge Zwangsabstieg des AC Mailand und Lazio Roms

Der Skandal in 2005/ 2006

  • In der Italienischen Presse in Anlehnung an eine Schmiergeldaffäre der 1990er namens "Tangiopoli" als "Calcio-" oder "Moggiopoli" (Calcio (ital.): Fußball, Moggio: Sportdirektor von Juventus Turin)

Der Vorwurf

Die italienischen Oberligisten AC Mailand, AC Florenz, Lazio Rom, Reggina Calcio, AC Arezzo und allen voran Juventus Turin sollen in den Spielzeiten 2004/ 05 und 2005/ 06 systematisch Schiedsrichter bestochen (z.T. sogar bei Spielen, an denen man gar nicht direkt beteiligt war), den Transfermarkt verzerrt und Absprachen mit anderen Klubs oder Journalisten getroffen haben, sodass es zu einer völligen Verschiebung der Tabelle kam. Zudem lastet auf zahlreichen Vereinender Verdacht auf Steuerhinterziehung.
  • Erstmals Publik wurden die Verwicklungen durch am 3.3.2006 veröffentlichte Abhörprotokolle von Luciano Moggio, dem ehemaligen Generaldirektor von Juventus Turin, der die zentrale Rolle im Betrugssystem innehatte und einer der Hauptangeklagten ist.

Das Urteil (14.6.2006)

  • Turin werden die Titel der vergangen zwei Jahre aberkannt und Inter Mailand wird nachträglich zum Meister 2005/ 06 ernannt - der Titel 2004/ 05 wurde nicht neu vergeben. Der Verein muss genau wie Rom und Florenz in die zweite Liga absteigen und bekommt, ebenso wie Mailand, Punkte abgezogen.
  • Gegen Liga- und Vereinsfunktionäre und Schiedsrichter wurden Berufsverbote ausgesprochen.
  • Alle Angeklagten legten Berufung ein und die Folgen (auch und gerade die ökonomischen) für den italienischen Fußball waren nicht abzusehen, da es z.T. zu Boykotten u.ä. der Fans kam. Für Unmut sorgte zudem die Vergleichsweise milde Strafe für den AC Mailand.

Weitere Urteile (25.7, 17.8, 27.10.2006) und Reaktionen

  • In drei weiteren Urteilen wurden die Strafen für die Vereine deutlich herabgesetzt (z.b. muss nur noch Turin zwangsabsteigen) und sie durften an int. Wettbewerben teilnehmen.
  • Auch das letzte Urteil brachte bei den Klubs noch keine Einsicht - so wird/ wurde überlegt weiter in Berufung zu gehen oder (etwa von Schiedsrichtern) Zivilklage zu erheben. So wurde denn auch in den italienischen Sportmedien (und natürlich den Fans selbst) wurde im Lauf der Prozesse heftig auf den "Skandal" reagiert - allerdings waren hiermit irgendwann nicht mehr die Taten, sondern die Strafen für die Vereine gemeint und vielerorts, gerade nach dem WM- Gewinn der Nationalmannschaft, eine Totalamnestie gefordert.

Quellen



von Maximilian Kobusch und Jan Lüdeke