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Klimawandel - Ursachen für Europa, Italien und Venedig


Ursachen des Klimawandels

Entstehung von Treibhausgasen

Bei den Aktivitäten des Menschen entstehen Treibhausgase, die in die Atmosphäre entweichen:
  • Kohlendioxid entsteht, wenn fossile Brennstoffe zur Energieerzeugung verwendet und Wälder abgeholzt und durch Brandrodung zerstört werden.
  • Methan und Distickstoffoxid werden durch landwirtschaftliche Aktivitäten und Änderun-gen in der Bodennutzung sowie aus anderen Quellen freigesetzt.
  • Künstliche chemische Substanzen, sogenannte halogenierte Kohlenwasserstoffe und ande-re langlebige Gase wie zum Beispiel Schwefelhexafluorid entstehen bei industriellen Pro-zessen. Der Anstieg von den oben genannten Treibhausgasen wird aller Wahrscheinlichkeit nach zu Klimaveränderungen führen, weil Treibhausgase die Energieflüsse in der Atmosphäre durch die Aufnahme von Infrarotstrahlung steuern. Dies führt zu dem so genannten Treibhauseffekt.

Der Treibhauseffekt

Das Klima wird von einem ständigen Fluss an Sonnenenergie bestimmt. Die Erde muss die Energie, die sie durch die Sonnenstrahlen erhält, in Form von Infrarotstrahlung wieder an den Weltraum abgeben. Treibhausgase in der Atmosphäre verhindern eine solche Abgabe. Somit können die Infrarotstrahlen nicht direkt von der Erde in den Weltraum gelangen .Da nun eine dickere Treibhausgasschicht die Energieabstrahlung in den Weltraum verringert, müssen Klimaänderungen eintreten, um das Gleichgewicht zwischen aufgenommener und abgegebe-ner Energie wiederherzustellen. Eine mögliche Folge ist die Erwärmung des Klimas auf der Erde.

Treibhausgase

Kohlenstoffdioxid (CO2) trägt am stärksten zum Treibhauseffekt bei. Es wird bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas sowie der Waldrodung frei und hält sich sehr lan-ge in der Atmosphäre. Methan trägt kurzfristig am stärksten zum Treibhauseffekt bei. Langfristig gesehen ist es weit weniger gefährlich, da es sich nur rund 12 Jahre in der Atmosphäre aufhält und dann in natür-lichen Prozessen abgebaut wird. Natürliche Faktoren wie erhöhte Sonneneinstrahlung und spielen eine eher untergeordnete Rolle. Menschliche Ursachen überwiegen deutlich. Teilweise tragen diese Ursachen aber auch zur Minderung des Treibhauseffektes bei, wie zum Beispiel Aerosole, die warme Sonnen-strahlen blockieren oder zur Kondensbildung und damit zu Wolkenbildung führen. Der Aus-stoß von Treibhausgasen hat vor allen Dingen in den letzten 200 und darin besonders in den letzten 50 Jahren zugenommen. Zu den "Klimasündern" zählen vor allen Dingen die USA, Kanada und Australien, wenn man den "pro Kopf" Ausstoß als Maßstab nimmt. Deutschland hat allerdings ebenfalls einen sehr hohen CO2-Ausstoß, wie alle westlichen Industriestaaten, sodass diesen Staaten eine Schlüs-selrolle bei der Minderung der weltweiten Emissionen zu Teil wird.

Temperaturverlauf und Treibhausgase

Der Temperaturverlauf auf der Erde steht in einem engen Zusammenhang mit z.B. dem CO2-Gehalt der Atmosphäre. In den letzten 400.000 Jahren, bedingt durch die Umlaufbahn der Er-de um die Sonne, hat es immer mal Schwankungen bezüglich der Temperatur und des Koh-lenstoffdioxidgehalts gegeben. Die beiden Faktoren waren proportional zueinander. In jüngs-ter Zeit allerdings weicht der CO2-Gehalt deutlich vom Temperaturverlauf ab und wird des-halb höchstwahrscheinlich eine Temperaturerhöhung nach sich ziehen, die über dem bisher gekannten Maße liegen wird. Die letzten 15 Jahre sind dabei als Anfang dieser Entwicklung zu betrachten.

Meeresspiegel

Die Temperaturerhöhung hat einmal ein Ausdehnung der Wassermassen und ein Abschmel-zen der Eismassen auf der Erde zur Folge. In den letzten 20 Jahren sind die Gletscher welt-weit besonders stark abgeschmolzen.

Auswirkungen der Klimaveränderung

Saurer Regen führt durch Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Stickoxiden zu einem Absenken des pH-Wert des Niederschlags. In Regionen mit häufigem und ergiebigem Niederschlägen und relativ niedrigen Jahresdurchschnittstemperaturen kommt er zur Übersäuerung des Bo-dens. Neutralisationen mit Kalk sind möglich. Pflanzen und Tiere in Gewässern werden ge-schädigt und geschwächt. Weiterhin führt der saure Regen zu Schäden an Sand- und Kalk-steinkonstruktionen, sowie Beton- und Marmorbauwerken. Rauchgase müssen daher ent-schwefelt werden, bzw. durch Katalysatoren von Stickstoffoxiden befreit werden. Ein stärkerer Anstieg der Wintertemperaturen im Vergleich zu den Sommertemperaturen ist zu verzeichnen. Die Niederschlagsmenge kann regional über einen bestimmten Zeitraum ab-nehmen, wobei es eine Zunahme von schädigendem Starkregen zu verzeichnen gibt. Hitzeereignisse werden wahrscheinlicher und höhere Maximaltemperaturen, sowie mehr hei-ße Tage führen zu Todesopfern und wirtschaftlichen Schädigungen. Die Anzahl an Kältetoten ist dagegen rückläufig. Die Aufheizung des Mittelmeers ermöglicht heftigere Schneefälle in den Alpen. Das Ab-schmelzen im Frühjahr verursacht nun häufiger Frühjahrfluten und es kommt vermehrt zu Jahrhunderthochwassern. Verursacht durch den Temperaturanstieg sind von den 5.150 Alpengletschern bis heute rund 50% verschwunden. Der Rückgang des Gletschereises lässt frakturiertes Material wie Felsen und Geröll zurück. Die Untergrenze des Permafrostbodens steigt bis Mitte des 21. Jahrhun-derts voraussichtlich um 200 bis 750m an. Erdrutsche, Bodeninstabilität und Felsabbrüche sind die Folgen. Eine Vermehrung von Krankheitserregern in Lebensmittel lässt auf erhöhte Temperaturen zu-rückschließen. Pollenflugzeiten haben sich seit 1975 um 10 Tage pro Jahr verlängert. Milde Winter führen zum Überleben von Schädlingen. Zecken breiten sich nach Norden aus und ü-bertragen zum Beispiel Hirnhautentzündung. Eine neue Malaria-Epidemie ist dagegen auf-grund von ausreichenden hygienischen Bedingungen unwahrscheinlich. Sturmfluten werden durch den Anstieg des Meeresspiegels begünstigt. Geplante Küstenerhö-hungen von 1m werden als nicht ausreichend angesehen. In der Nordsee weichen kälteliebende Fische nach Norden aus. Dagegen sind früher im Süden anzutreffende Tier- und Pflanzenarten nun in der Nordsee anzutreffen. Bestimmte Algenarten, die als Nahrungsquelle für Jungfische dienen, sind durch die Erwärmung bedroht. In der nörd-lichen Ostsee ist ein Rückgang des winterlichen Meereises (vor Finnland) zu verzeichnen. Bedingt durch das Abschmelzen des Grönlandeises und eine Versüßung des Wassers kann der Golfstrom, der in Europa als Wärmelieferant fungiert, verlagert werden oder zum Erliegen kommen. Dies wäre mit einem rapiden Klimawandel in Europa verbunden. Ob sich dieser Ef-fekt mit der Erderwärmung durch Treibhausgase aufhebt ist fraglich. Vergleichbare Schwä-chungen des Stroms in der Vergangenheit ließen sich durch Bohrungen bestätigen. Natürliche Schwankungen führen dazu, dass bisher keine Abschwächungstendenzen zu verzeichnen sind.

Das Projekt MOSE in Venedig

Venedig liegt nicht im offenen Meer, sondern in einer Lagune von der Größe des Bodensees. Drei Hafeneinfahrten verbinden die Lagune mit dem Meer. Steigt in der Adria der Meeres-spiegel, fließt das Wasser durch diese Öffnungen in die Lagune und verursacht so das Hoch-wasser in der Stadt. Ein Schleusensystem an den Hafeneinfahrten soll die Stadt vor Überflutungen schützen. Des-wegen möchte Venedig eine Barriere aus beweglichen Stahlkörpern realisieren. Die Bezeich-nung MOSE steht für Modulo Sperimentale Elettromeccanico. Die Module sind hohle, mit Wasser gefüllte Stahlkörper, die nebeneinander in 15 Meter Tiefe verankert sind. Droht ein Hochwasser, werden die stählernen Hohlkörper mit Druckluft ge-füllt. Wie ein Tor bewegen sich die einzelnen Module nach oben und stellen sich hochkant im Wasser auf. Die Stahltüren, etwa 20 Meter breit, 30 Meter hoch und 5 Meter dick sind, bildet so eine Barriere gegen das Hochwasser. Insgesamt kommen 79 Module in den drei Öffnungen der Lagune zum Einsatz.

Quellen:


von Christian Wallace, Thorsten Stelter und Tim Lorenz